(Rückwärts-Pups mit Stil)
Von Gerry Dressler – Gründer von Flugsimulation-VFR (Schweiz)
Winnie:
„Stell dir vor, du rennst mit einem Rucksack voller Chips-Tüten los – und merkst plötzlich: ‚Oh oh, Wand voraus!‘
Du könntest bremsen… oder du pustest einfach kräftig – also Orkanmässig – vorwärts, um stehen zu bleiben.
Genau das macht ein Flugzeug bei der Landung mit seinen Triebwerken:
Es dreht die Luftströme um, die sonst nach hinten pusten – und pustet sie nach vorne.
Das Ganze heißt Thrust Reverser – auf Winnisch: ‚Rückwärts-Pups mit Stil‘.“
Schritt 1: Warum reicht die Bremse nicht allein?
Natürlich hat das Flugzeug Bremsen an den Rädern – richtig große sogar.
Aber wenn eine 70-Tonnen-Maschine mit über 250 km/h aufsetzt, werden die schnell extrem heiß.
Der Thrust Reverser entlastet sie, indem er sofort nach der Landung einen Teil der Bremsarbeit übernimmt.
Schritt 2: So funktioniert’s
Hinten am Triebwerk klappen „Schaufeln“ oder „Tore“ in den Luftstrom.
Die Luft, die sonst nach hinten rausdonnern würde, wird nach vorne umgelenkt.
Also: Luft nach vorne = das Flugzeug wird abgebremst, ohne dass die Radbremsen allein schuften müssen.
Schritt 3: Sicherheit und Bremsenschonung
Der Reverser macht die Landung nicht automatisch viel kürzer – die eigentliche Arbeit erledigen die Radbremsen.
Aber er verhindert, dass diese überhitzen und versagen.
Gerade bei nasser Bahn, Schnee oder wenn das Flugzeug oft starten und landen muss, ist das Gold wert.
Kurz gesagt: Reverser = Schongang für die Bremsen.
Oder auf Winnisch: „Lieber ein Rückwärts-Pups mehr, als ein Satz glühender Bremsscheiben.“
Winnies Wollfazit:
„Der Rückwärts-Pups rettet keine Landung – er macht nur die Bremsen weniger beleidigt – rot glühend.“


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