(Flausch nicht bremsen, wenn’s noch fliegt)
Von Gerry Dressler – Gründer von Flugsimulation-VFR (Schweiz)
Winnie:
„Stell dir vor, du fährst mit dem Velo bergab, volle Kanne – und ziehst plötzlich beide Bremsen voll durch.
Was passiert? Genau: Entweder überschlägst du dich oder du machst deine Vollbremsung mit gratis Flugstunde über den Lenker.
Bei Flugzeugen ist das in der Luft nicht viel anders – nur mit mehr Tonnage, und dann hilft auch kein kleines Plästerli mehr.“
Schritt 1: Kein Pedal, kein Stopp
Flugzeuge haben in der Luft keine Bremsen wie ein Auto.
Die „normalen Bremsen“ an den Rädern funktionieren erst, wenn die Räder auch Bodenkontakt haben.
In der Luft kannst du nicht einfach einen Knopf drücken und die Geschwindigkeit ist weg – sonst würden wir alle wie lose Socken durchs Cockpit fliegen.
Schritt 2: Wie wird dann gebremst?
Ein Flugzeug hat in der Luft nur drei Tricks:
- Triebwerke zurücknehmen: Weniger Schub = das Flugzeug verliert langsam Geschwindigkeit.
- Luftbremsen (Speedbrakes): Klappen, die in den Luftstrom gestellt werden → mehr Widerstand → Geschwindigkeit nimmt ab.
- Sinken als Nebeneffekt: Wenn das Flugzeug Höhe verliert, gleitet es nicht ewig wie eine Seifenblase, sondern reibt sich an der Luft. Dadurch geht auch Geschwindigkeit verloren – eher wie ein Schlitten, der in tiefem Schnee langsamer wird.
👉 Wichtig: Runter heißt nicht automatisch schneller.
Beim Flugzeug kann „ein Stück tiefer“ sogar helfen, Tempo zu verlieren – aber kontrolliert, nicht kopfüber.
Schritt 3: Warum nicht zu stark?
Wenn du in der Luft zu plötzlich abbremst, passiert etwas Gemeines:
Die Flügel bekommen nicht mehr genug Luftstrom, um dich zu tragen.
Das ist wie bei einem Drachen im Wind:
Solange der Wind schön über die Fläche streicht, bleibt er oben.
Zieht der Wind zu schwach oder reißt du den Drachen zu steil hoch, sackt er einfach ab.
Genauso beim Flugzeug: Reißt der Auftrieb ab, verliert die Maschine Höhe.
Darum gilt: Lieber sanft Tempo abbauen, als die Flügel beleidigen.
Winnies Wollfazit:
„In der Luft bremst man nicht mit Gewalt, sondern mit Geduld – sonst macht die Physik kurzen Prozess.“


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