(Seitwärts wie eine kühne Ziege)
Von Gerry Dressler – Gründer von Flugsimulation-VFR (Schweiz)
Winnie:
„Hast du schon mal beim Landen aus dem Fenster geschaut und gedacht: ‚Heiliger Karottenkeks, wir fliegen ja gar nicht gerade auf die Piste zu!‘
Keine Sorge – der Pilot ist nicht betrunken (hoffentlich). Das ist Absicht.
Das Zauberwort heißt: Seitenwindlandung.
Wenn der Wind quer zur Startbahn bläst, muss das Flugzeug ein bisschen schräg in den Wind fliegen, um trotzdem gerade auf der Spur zu bleiben.
Das sieht dann so aus, als würde die Nase woanders hinzeigen als der Rest.
Wie eine Ziege, die seitwärts über den Hang springt – elegant, aber irgendwie schräg.“
Schritt 1: Der Crab-Effekt
Das Flugzeug „crabt“ (guck mal wie eine Krabbe läuft, falls etwas unklar ist) in den Wind – also Nase ein Stück in den Wind drehen, damit die Kraft ausgeglichen wird.
Von außen sieht’s aus, als käme die Maschine schief reingeschwebt.
Von innen fühlt es sich normal an – außer man schaut zu viel nach vorne.
Schritt 2: Der Kick kurz vorm Aufsetzen
Kurz vor dem Aufsetzen tritt der Pilot mit einem kräftigen Seitenruderschlag die Nase gerade.
Sonst würden die Räder schräg aufsetzen, und das Fahrwerk hätte keine Lust auf Polka.
Das Ganze muss punktgenau sein – zu früh = schief aufsetzen, zu spät = Reifen quietschen wie Winnies Mütze im Trockner.
Schritt 3: Warum das gut so ist
Lieber ein bisschen schräg im Anflug als später im Acker pflügen.
Das Flugzeug fliegt quasi mit dem Wind – aber so, dass die Spur am Ende trotzdem stimmt.
Winnies Wollfazit:
„Manchmal musst du schräg bleiben, damit du am Ende gerade landest.


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