(Krach = Kraft)
Von Gerry Dressler – Gründer von Flugsimulation-VFR (Schweiz)
Winnie:
„Falls du schon mal beim Start im Flugzeug gesessen hast, kennst du das:
Plötzlich wird’s laut – richtig laut – und du wirst in den Sitz gedrückt, als hätte jemand beschlossen, dich zum Mond zu schubsen.
Keine Sorge, das ist kein Turbinenhusten, das ist Absicht.
Der Pilot gibt Takeoff Power – also den vollen Schub, den die Triebwerke für den Start brauchen.
Warum? Weil ein Flugzeug zum Abheben zwei Dinge braucht:
- Genug Geschwindigkeit, damit die Flügel den nötigen Auftrieb erzeugen.
- Genug Kraft, um diese Geschwindigkeit in relativ kurzer Strecke zu erreichen.
Schritt 1: Der Sitzdrück-Trick
Wenn die Turbinen loslegen, schieben sie Luft mit Gewalt nach hinten raus.
Nach Newtons dritter Regel (jede Aktion hat eine gleich starke Gegenreaktion) bedeutet das:
Die Luft wird nach hinten gedrückt – und das Flugzeug nach vorne.
Mehr Luft nach hinten = mehr Schub nach vorne.
Und ja, das fühlt sich so an, als hätte dir jemand heimlich einen Raketenrucksack umgebunden.
Schritt 2: Die magische Zahl – V1
Beim Start achten die Piloten auf bestimmte Geschwindigkeiten:
Davon gibt es ein paar wichtige wie: V1, VR, V2
- V1: Ab hier gibt’s kein Zurück – egal, ob ein Triebwerk hustet oder keine Lust mehr hat zu arbeiten, du musst abheben.
- VR: Rotate – hier zieht der Pilot die Nase hoch, das Flugzeug hebt ab.
Bis zu diesem Punkt hält der Pilot den Schub voll drin – wie Winnie am Buffet: kein Anhalten bevor das Buffet leer ist. - V2 ist dann nicht so lustig, denn das braucht der Pilot nur, wenn ein Triebwerk beim Start nicht mehr hüsteln will und Ciao sagt.

Schritt 3: Warum nicht leiser?
Klar, man könnte auch gemütlich beschleunigen, aber dann bräuchte man eine Startbahn, die bis ins nächste Dorf reicht.
Volle Leistung heißt: sicher in der Luft, bevor die Bahn ausgeht.
Winnies Wollfazit:
„Beim Start gilt: Lieber kurz laut, als lange laufen.“

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