By Gerry Dressler Flugsimulation-VFR
Ich fliege den Anflug ganz normal.
Alles passt. Höhe passt. Kurs passt.
Piste in Sicht.
Dann sagt ATC:
„Circling approved.“
Ich schaue raus.
Ich schaue wieder rein.
Und dann sage ich:
„Möbi… warum sollen wir jetzt drum herum fliegen,
wenn die Piste doch schon da ist?“
Möbi seufzt nicht.
Er erklärt.
„Winnie, du fliegst gerade einen Instrumentenanflug.
Der bringt dich sicher in die Nähe des Flugplatzes –
aber nicht zwingend in die richtige Richtung für die Landung.“
Ich blinzle.
„Also ist der Anflug richtig…
aber die Landung falsch?“
„Nein“, sagt Möbi.
„Der Anflug ist instrumentiert.
Die Landung wird visuell.“
Er malt mit dem Huf eine Kurve in die Luft:
„Beim Circling gehst du nach dem Anflug
in einen Sichtflug über.
Du bleibst über dem Platz,
auf der Circling-Mindesthöhe
und bringst dich manuell in Position zur Piste.“
Ich schaue raus.
Die Piste liegt jetzt seitlich.
Das fühlt sich… ungewohnt an.
„Und warum landen wir nicht einfach geradeaus?“
Möbi zeigt nach draussen:
„Weil Wind, Hindernisse oder Gelände
oft nur für eine Pistenrichtung passen.
Der Anflug bringt dich rein –
das Circling bringt dich richtig rum runter.“
Ich nicke langsam.
Dann kommt der wichtigste Satz:
„Circling ist kein Kurvenanflug nach Gefühl.
Es ist ein kontrollierter Sichtflug
mit klaren Regeln:
Höhe halten, Platz im Blick behalten,
keine Spielereien.“
Ich probiere es im Simulator:
- Anflug stabil
- Platz ständig sichtbar
- Höhe sauber halten
- Kurve ruhig fliegen
- erst sinken, wenn die Landeposition passt
Plötzlich ergibt das Ganze Sinn.
Was ich heute gelernt habe:
- Circling ist kein Trick
- Circling ist kein Notbehelf
- Circling ist der Moment,
wo Instrumente aufhören
und Fliegen wieder Handwerk wird
Möbi nennt das Situational Awareness.
Ich nenne es nicht aus dem Blick verlieren, wo unten ist.
✈️
Winnie out 🐑

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